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Success Story: Vom KV College Lernenden zum professionellen Musikproduzenten

Unter der neuen Rubrik "Success Story" werden auf hso.ch erfolgreiche Absolventen der HSO Wirtschaftsschule vorgestellt.

 

Success Story: Vom KV College Lernenden zum professionellen Musikproduzenten

Als Hobby-Songwriter hat Martin Häne der Passion für Musik schon früh Ausdruck verliehen. Der «self-made man» entwickelte sich Schritt für Schritt zum Komponisten und Produzenten weiter. Heute werden seine Songs von US Filmstudios unter Vertrag genommen und Sound Tracks für Werbespots lizenziert.

«Ein Musikstudium kam für meine Eltern nicht in Frage», erzählt der Vollblutmusiker. So startete er seine berufliche Laufbahn in einem Musikgeschäft, jobbte hier und da und widmete seine freie Zeit dem Songwriting. Mit einer seiner Kompositionen kam der gebürtige Aargauer durch Zufall mit dem TV-Sender MTV USA in Kontakt: «Ich entdeckte in der TV- und Filmmusik neue Möglichkeiten». Ergänzend zum Schreiben von Songs mit Gesang & Texten setzte der Wahlzürcher fortan auch auf instrumentale Musik für Film, TV und Medien. Um sich sein kostspieliges Noch-Hobby finanzieren zu können, brauchte Häne allerdings ein sicheres Einkommen. Er absolvierte bei der HSO Wirtschaftsschule das KV College, damit er als Kaufmann einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen kann. «Diese praxisorientierte, kaufmännische Ausbildung hat mir als mittlerweile Selbständigerwerbender hohen Nutzen gebracht», sieht sich der 36-Jährige bestätigt. Sich zum Beispiel mit adressatengerechter Korrespondenz auszudrücken, über Buchhaltung sowie Rechnungswesen Bescheid zu wissen ist für den Komponisten und Produzenten genauso wichtig wie Rechtsgrundlagen zu kennen.

Mit Sounds «on track»

Mit dem Fähigkeitszeugnis in der Tasche, fand der Musiker schnell eine Teilzeitstelle, die ihm die Existenz sicherte. Im eigenen, kleinen Tonstudio baute er mit viel Fleiss, Geduld und Knochenarbeit sein zweites Standbein auf, die Karriere als Komponist und Produzent. Intensive Akquirierungs-Bemühungen führten schliesslich dazu, dass renommierte Musikverlage in den USA, Grossbritannien, Deutschland, Tschechien und Australien die Kompositionen des im Zürcher Unterland Wohnhaften unter Vertrag nahmen. Das US-Filmstudio Dreamworks setzt im Film «People Like us», mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle eine von Hänes Jazz-Melodien ein. Das bekannte US-Filmstudio Lions Gate lizenzierte ebenfalls einen RnB-Pop-Songs für den Film «Warrior» mit den Schauspielern Tom Hardy und Chuck Norris. Seine Instrumentals wurden in Spielfilmen wie «Girls United» und «Lippels Traum» eingesetzt, US-TV-Shows wie «Chase» und «Melrose Place» und auch das Schweizer Fernsehen benutzten Häne’s Sound Tracks. Unternehmen setzen für Werbe- und Multimediaproduktionen auf ihn, für die HSO Wirtschaftsschule vertonte er bereits mehrere Spots. 1000 Kompositionen umfasst mittlerweile das Repertoire von Martytone, wie der Musiker sein Unternehmen nennt. Der Profi hat sich durch eine hohe Spezialisierung und Schnelligkeit einen Namen gemacht und verfügt über ein weltweites Netzwerk an Partnern wie Orchestratoren, Textern und Musikern.

Erfolg dank Zielorientierung

Trotz Erfolgen ist Häne bescheiden geblieben. «Es ist möglich, in der Musikindustrie Fuss zu fassen & auch gut davon leben zu können – allerdings braucht es dazu nebst einem langen Atem auch viel Fleiss, Disziplin und das nötige Quäntchen Glück – dass diese Faktoren alle zusammen kamen & alles geklappt hat, dafür bin ich sehr dankbar», gibt der gelernte Kaufmann zu verstehen.

Dass er nicht Musik studieren konnte, bereut der Musiker, der sich neben seinem Job am liebsten in der Natur aufhält, nicht. Im Gegenteil, dass er sich konsequent am Markt orientierte, sich am KV College der HSO das nötige kaufmännische Rüstzeug für sein kleines Unternehmen holte, erweist sich im Nachhinein als Erfolgsrezept. So komponierte und produzierte er, was von seinen Kunden und Musikverlagen gesucht war und arbeitete konsequent zielorientiert. «Zudem blieb mir so das Notenlesen erspart», gibt Häne schmunzelnd zu – er will auch in Zukunft auf die Berufspraxis statt aufs Studium komplizierter Partituren setzen.

Martin Häne, www.martytone.ch

"3 Fragen zu...": Unternehmensnachfolge

„3 Fragen zu… Die HSO fragt, Experten geben Antwort“ - Die neue Informationsreihe der HSO Wirtschaftsschule: Kompakte und relevante Antworten zu aktuellen und interessanten Themen

 

Stabübergabe in der Unternehmensnachfolge

 

„In den nächsten fünf Jahren haben rund 60‘000 Unternehmen ein Nachfolgeproblem“. Ein Interview mit Bernhard Krättli von Krättli Consulting zum Thema Nachfolgeregelung.

 

Die Unternehmensnachfolge wird immer mehr zum Thema. Wer sind Ihre Kunden?

Ja, immer mehr Unternehmen müssen sich mit diesem Thema auseinander setzen. Für Grossfirmen sind dies eher unternehmensstrategische Planungsvarianten, welche die Zukunft der Unternehmen sichern und die Risiken minimieren. Wenn man die Schweizer Unternehmensstruktur aber etwas genauer unter die Lupe nimmt, haben über 95% der über 300‘000 Schweizer Unternehmen zwischen 1 und 49 Mitarbeiter und gelten so als Kleinunternehmen. Interessanterweise hat die überwiegende Mehrheit dieser Unternehmen (fast 90%) zwischen 1 und 9 Mitarbeiter.

Für grössere Beratungsfirmen und Banken sind diese Kleinunternehmen eher von untergeordneter Bedeutung. Da springen nun Unternehmensberater und Treuhänder ein, um die Kleinunternehmen zu beraten. Von diesen Kleinunternehmen haben in den nächsten fünf Jahren, aufgrund der demographischen Entwicklung mehr als 20% ein Nachfolgeproblem. Das sind über 60‘000 Schweizer Kleinunternehmen.

Was ist bei einer Unternehmensnachfolge zu beachten?

Die Unternehmensnachfolgeregelung ist ein komplexes Thema. Ich erlebe es immer wieder, dass bestehende Treuhänder und Unternehmensberater von der Komplexität der verschiedenen Themen überfordert sind.

Insbesondere gilt es Themen wie Unternehmenswert, Steuern, rechtliche Situation und Konsequenzen, Versicherung, Vorsorge, Immobilien, Standortbestimmung, Businessplan und Finanzierung abzuklären. Weiche Faktoren darf man jedoch keinesfalls vernachlässigen. Selbstverständlich ist natürlich die Nachfolgesuche das wichtigste.

Was meinen Sie mit weichen Faktoren?

Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihre Unternehmung aufgebaut und ein Leben lang betreut und mit viel Herzblut betrieben. Vielleicht wollten Sie die Unternehmung Ihren Kindern weitergeben. Diese sind vielleicht aufgrund der verschiedenen Entfaltungs- und Verdienstmöglichkeiten die sie im Arbeitsmarkt erhalten, gar nicht interessiert an der Übernahme der Unternehmung. Es werden nur noch rund 40% der Kleinunternehmen innerhalb der Familie übertragen. Da müssen Sie schon die erste Enttäuschung verdauen. Dann kommt die Unternehmensbewertung. Jemand erklärt Ihnen, wie Ihre Unternehmung bewertet wird. Nicht berücksichtigt wird Ihr investiertes Herzblut, die turbulenten Zeiten, die Sie gemeistert haben, die Schwierigkeiten die überwunden wurden, all die Fehltritte bis Sie erfolgreiche Produkte hatten, all die Samstage und Sonntage an denen Sie sich für die Firma geschunden haben. Ein potenzieller Nachfolger wird diese Faktoren nicht bewerten. Im Gegenteil. Vielleicht wird der Return on Investment aufgrund Ihres zu geringen Unternehmerlohns noch künstlich verlängert.

All diese Faktoren können Firmeninhaber bei der Nachfolge entmutigen und frustrieren. So wird die Nachfolgeregelung zu einem mühsamen und unrühmlichen Karriereende.

Was können Sie für diese Unternehmer tun?

Das wichtigste ist Transparenz und Offenheit. Mit dem nötigen Feingefühl, muss man diesen Unternehmern die Überlegung der Nachfolger näherbringen. Sobald die Unternehmensnachfolge sachlicher betrachtet wird, kann es ein freudiges Projekt werden.

Wo gibt es im Nachfolgeprozess kritische Schnittstellen?

Der kritischste Fakt ist sicher die Themenbreite und deren Komplexität. Die rechtliche Situation zum Beispiel beinhaltet nicht nur die Unternehmensnachfolge. Ehe- und Erbschaftsverträge der Verkäufer sind genauso wichtig. Somit muss ein spezialisierter Jurist beigezogen werden. Für eine Unternehmensbewertung brauchen Sie einen Finanzfachmann, für die weichen Faktoren einen Psychologen, für Versicherung und Vorsorge einen Versicherungsfachmann und für die Beratung und die Nachfolgesuche einen cleveren Consultant. Eine Person kann all diese Anforderungen kaum erfüllen.

Wo kann ich zusätzliche Informationen einholen bzw. von welcher Stelle erhält man Unterstützung?

Gute Unterstützung gibt es anhand des Nachfolge-Navigators. Dort sind die Themen genau beschrieben. Auf www.nachfolge-navigator.ch kann man zusätzlich Checklisten und wichtige Formulare individuell kreieren. Zudem veranstaltet die Consulta AG in Zusammenarbeit mit der AXA Versicherung in der ganzen Schweiz regelmässig Nachfolgeseminare.

Haben Sie für Unternehmer, welche eine Nachfolge regeln müssen noch einen guten Rat?

Grundsätzlich sollte ein Experte beigezogen werden. Leider sind nicht alle selbsternannten Experten wirklich auch fähig, das komplexe Thema zu behandeln. Das kann eigentlich niemand alleine machen. Man braucht also ein Team von Experten, welchen man vertraut.

Weiterer ultimativer Tipp: Unterschreiben Sie keinen Nachfolgevertrag, sofern Sie nicht haargenau über die steuerlichen Folgen im Bilde sind. Gerade im Bereich der Teilliquidation könnte dies sogar nachträglich noch immense finanzielle Folgen für den Verkäufer haben.

 

Bernhard Krättli

eMBA in General Management und eidg. dipl. Verkaufsleiter

Inhaber von Krättli Consulting / Kravel GmbH
Partner einer Zürcher Unternehmensberatung für Nachfolgeregelungen (Consulta AG)
Inhaber eines Kinder- und Sachbuchverlags

 

„3 Fragen zu...“: Social Media Recruiting

„3 Fragen zu… Die HSO fragt, Experten geben Antwort“ - Die neue Informationsreihe der HSO Wirtschaftsschule: Kompakte und relevante Antworten zu aktuellen und interessanten Themen

 

Unter der Lupe: Social Media Profile 

Unser Einstiegsthema in die neue Rubrik: Social Media Recruiting, Experte: Oliver Hötzl*                                                                                                                     

HSO: Auf was sollte man bei seinen Business Accounts (LinkedinIn, Xing etc.) achten und was sind die Do's and Dont's?

O. Hötzl: Grundsätzlich gilt: „Das Internet vergisst nie.“ Darauf sollte man sich zu jeder Zeit einstellen, da das Internet als primäre Quelle (nebst Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zertifikate und Arbeitszeugnisse) genutzt wird. Es lässt sich relativ schnell herausfinden, ob jemand schon einmal Selbstständig war (ist), Themen publiziert hat, in welchen Kanälen man sich tummelt oder präsent ist.

Do’s:

  • Eine klare Antwort parat haben, WARUM man ein Profil auf einem entsprechenden Portal hinterlegt hat.
  • Aktiv sein, es aber nicht übertreiben; stündliche Postings und Veröffentlichungen von Berichten, Bildern, Testimonials oder Texten kann zu einer Übersättigung an Informationen führen.
  • Das Profil regelmässig aktualisieren und auf dem neuesten Stand halten (vor allem wenn es um Abschlüsse, Erfahrungen bei z.B. Projekten, etc. geht)
  • Der Social Media Bereich bietet die einzigartige Möglichkeit, Dinge zu teilen. Wichtig ist, dass diese Informationen mit den eigenen Unterlagen (z.B. Bewerbungsunterlagen) identisch sind.
  • Wenn schon im Internet präsent, sollte man sich überlegen, wie man sich von anderen visuell und darstellerisch abheben kann; schliesslich steht die Persönlichkeit im Vordergrund.

Dont‘s:

  • Kontaktaufnahmen von z.B. interessierten Unternehmen, potenziellen Arbeitgebern, Netzwerkpartnern oder Headhuntern nicht ignorieren.
  • Keine peinlichen oder allzu freizügigen Bilder publizieren. Die Privatsphäre wird tendenziell immer mehr aufgebrochen, da viele sich nicht bewusst sind, was sie da publizieren und für wen.
  • Politische, Religiöse oder sexuelle Inhalte sind tabu. Ebenfalls derbe/diskriminierende Sprüche und Kommentare
  • Sich mit anderen Menschen verbinden ist gut; aber nicht um des Verbindens willen. Wir sind als Menschen immer noch Jäger und Sammler, sollten es aber im Internet nicht übertreiben. Klare Überlegungen anstellen, im Sinne von: „Was bringt mir dieser Kontakt tatsächlich?“
  • Das Netzwerk vernachlässigen und „verstauben“ lassen. Nichts ist peinlicher als ein Eintrag welcher über 1 Jahr veraltet ist (z.B. bei Jobbezeichnungen oder dem Arbeitgeber)
  • Viele Rechtschreibfehler in Kommentaren oder Postings

HSO: Auf was schaut der HR Experte als erstes‎ bei einem Profil?

O. Hötzl: Auf das Gesamtbild und Aufmachung eines Profils. Viele Personalverantwortliche nutzen das Netz, um weitere Informationen über Bewerber aufzuspüren. In erster Linie geht es darum, sich einen Überblick über die Persönlichkeit des Bewerbers zu verschaffen, gesucht wird oft aus allgemeiner Neugierde. Auch das (berufliche) Vorleben des Kandidaten ist oft von Interesse. Je höher die zu besetzende Position ist, desto intensiver wird nach Bewerberinfos gesucht.

HSO: Werden auch "Freizeit" Plattformen wie Facebook überprüft?

O. Hötzl: Ja, meistens werden Namen und E-Mail Adressen gegoogelt. Facebook, Google und Co. können eine Menge verraten. Natürlich auch Dinge, die besser nicht ans Licht kommen – vor allem dann nicht, wenn man sich auf Jobsuche begibt. Deshalb ist es wichtig, seine Online Reputation vor einer Bewerbung genau zu prüfen. Da viele HR-Verantwortliche für eine erste Suche diverse Suchmaschinen nutzen, macht es Sinn sich am besten gleich selber zu googeln. Das Suchergebnis (Web und Bilder) gibt dann die Antwort auf die Frage: „Gefällt mir, was ich sehe?“

*Zur Person: Oliver Hötzl hält einen MAS in Service Leadership der Kalaidos FH, ist Senior Personnel Developer bei der international tätigen Würth Group und Dozent an der HSO Wirtschaftsschule für Personalwesen und Leadership.